Lediglich zwei Autofahrer haben sich richtig verhalten

ECKERSDORF, LKR BAYREUTH. Zusammen mit Schülern der Klasse 9aM der Mittelschule Eckersdorf führten am Vormittag des vergangenen Freitasg Verkehrserzieher der PI Bayreuth-Land ein Verkehrssicherheitsprojekt mit dem Thema „Richtiges Verhalten beim Vorbeifahren an einem Schulbus“ durch (wir berichteten).




Ein Schulbus mit Warnblinklicht stand an der Bushaltestelle „Fantasie“ in Eckersdorf. Vorbeifahrende Fahrzeuge wurden mit der Laserpistole gemessen und anschließend durch Polizeibeamte angehalten. Hierbei wurden die Fahrzeugführer durch die Schüler/-innen auf den Verkehrsverstoß und die möglichen Folgen (Bußgeld, Punkte u. Fahrverbot) hingewiesen. Auch eine Infobroschüre wurde an die Fahrer übergeben.

Innerhalb der 45-minütigen Geschwindigkeitskontrolle wurden 24 Fahrzeugführer beanstandet. Das schnellste Fahrzeug wurde mit einer Geschwindigkeit von 53 km/h gemessen. Von 243 gemessenen Fahrzeugen hielten sich lediglich zwei Fahrzeugführer an die erlaubte Schrittgeschwindigkeit von max. sieben Stundenkilometern.

Schüler unterstützten die Polizei

Die Einbeziehung von Schülern wurde deshalb vorgenommen, da sie selbst Mitfahrer in Schulbussen sind und feststellen werden, dass sehr viele Fahrzeugführer die Regeln nach § 20 StVO nicht kennen bzw. nicht beachten.

Anlass für diese Aktion waren unter anderem auch drei folgenschwere Verkehrsunfälle bei denen jeweils ein Schulkind tödlich (Lkrs. Kulmbach, „Krumme Fohre“ im Jahr 2004 und im Jahre 2012 bei Bad Berneck) und ein Schüler in Goldkronach schwer verletzt  wurden. Ebenso wird der verkehrserzieherische Effekt bei den Kraftfahrern durch die Hinzuziehung von Schülern sicher tiefgreifender sein.




Richtiges Verhalten

Immer wieder muss die Polizei feststellen, dass bei Verkehrsteilnehmern große Unsicherheit und Ungewissheit über das richtige Verhalten in derartigen Situationen an Bussen besteht. Denn die Vorschriften gelten für Fahrzeuge in beide Fahrtrichtungen!

§ 20 Öffentliche Verkehrsmittel und Schulbusse

(1) An Omnibussen des Linienverkehrs, an Straßenbahnen und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten, darf, auch im Gegenverkehr, nur vorsichtig vorbeigefahren werden.

(2) Wenn Fahrgäste ein- oder aussteigen, darf rechts nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Sie dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten.

(3) Omnibusse des Linienverkehrs und gekennzeichnete Schulbusse, die sich einer Haltestelle (Zeichen 224) nähern und Warnblinklicht eingeschaltet haben, dürfen nicht überholt werden.

(4) An Omnibussen des Linienverkehrs und an gekennzeichneten Schulbussen, die an Haltestellen (Zeichen 224) halten und Warnblinklicht eingeschaltet haben, darf nur mit Schrittgeschwindigkeit und nur in einem solchen Abstand vorbeigefahren werden, dass eine Gefährdung von Fahrgästen ausgeschlossen ist. Die Schrittgeschwindigkeit gilt auch für den Gegenverkehr auf derselben Fahrbahn. Die Fahrgäste dürfen auch nicht behindert werden. Wenn nötig, muss, wer ein Fahrzeug führt, warten.

(5) Omnibussen des Linienverkehrs und Schulbussen ist das Abfahren von gekennzeichneten Haltestellen zu ermöglichen. Wenn nötig, müssen andere Fahrzeuge warten.

(6) Personen, die öffentliche Verkehrsmittel benutzen wollen, müssen sie auf den Gehwegen, den Seitenstreifen oder einer Haltestelleninsel, sonst am Rand der Fahrbahn erwarten.