Stundenlanger Großbrand

Münchsreuth, Gemeinde Speinshart (Lkr. Neustadt/WN). Zu einem Großbrand kam es heute in der Ortschaft Münchsreuth. Gegen 11.14 Uhr informierte der betroffene Landwirt die Feuerwehr, nachdem in seiner Maschinenhalle ein Feuer ausbrach. Nach den derzeitigen Erkenntnissen wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Der Schaden wird nach einer ersten Schätzung auf etwa eine Million Euro beziffert. Die Brandursache ist derzeit noch völlig unklar.

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Das Feuer entstand im Mittelteil einer etwa 40 Meter langen Maschinenhalle und breitete sich rasch aus. Kurze Zeit später schlug eine regelrechte Feuersäule bedingt durch den starken Westwind auf einen gegenüber liegenden Gebäudekomplex mit etwa 75 Meter Länge über. Ebenfalls im Mittelteil des langen Komplexes griff das Feuer dann rasend schnell um sich. Dort befand sich im Erdgeschoss die große Melkanlage und darüber ein Lager mit Erntevorräte. Angrenzend links und rechts zwei Stallanlagen. In der neueren Stallung befanden sich etwa 110 Kühe und im älteren Teil etwa 30 Kälber. Nur den vereinten Kräften der Feuerwehreinsatzkräfte ist es zu verdanken, dass das Feuer nicht auf die beiden Stallungen übergriff. Entlang der Gebäude und in unmittelbarer Nähe lagerten zudem einige Ster Brennholz, die für zusätzliche Nahrung des Feuers sorgten.

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Zeitgleich sicherten die Feuerwehren das angrenzende Wohnhaus des 50-jährigen Brandleiders und seiner Familie ab. Dies gestaltete sich aufgrund des starken Windes äußerst schwierig, noch dazu da der Wind die Flammen in Richtung des Wohnhauses noch weiter aufflammen ließ. Anfänglich hatten die Einsatzkräfte mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Der in der Ortschaft befindliche Löschteich führte aufgrund einer erforderlichen Wartung kein bzw. sehr wenig Löschwasser. Die örtliche Wasserleitung konnte die Menge an erforderlichem Wasser nicht ausreichend liefern. Aus diesem Grunde brachten die Feuerwehren mit Löschfahrzeugen Wasser aus Speinshart und Umgebung zur Brandstelle. Auch zahlreiche Landwirte unterstützten mit ihren Traktoren und großen Güllefässern und bewiesen dadurch große Hilfsbereitschaft. Die größte Beeinträchtigung ergab sich jedoch durch den starken Wind, der das Feuer trotz Löschwassereinsatz immer wieder entfachte. Zudem beeinflusste immer wieder starker Regen die Arbeit der Kräfte vor Ort.

Großes Lob verdienen die rund 300 eingesetzten Kräfte von insgesamt 23 Feuerwehren mit 53 Fahrzeugen aus den drei Landkreisen Neustadt/WN, Tirschenreuth und Bayreuth. Tatkräftige Unterstützung leistete auch die Lagerfeuerwehr der US Army aus Grafenwöhr, die mit großen Einsatzfahrzeugen anrückte. Unter anderem mit einem Flugfeldlöschfahrzeug, welches alleine 12.000 Liter fasst. Bis zur Erschöpfung versuchten die Feuerwehreinsatzkräfte die Flammen zu bekämpfen und ein Übergreifen auf andere Gebäudeteile zu verhindern. Die Einsatzleitung oblag dem örtlichen Kommandanten der Feuerwehr Münchsreuth, Christian Höllerl und dem Kreisbrandinspektor Georg Tafelmeyer.

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Auch das BRK war mit zahlreichen Einsatzkräften, einem Kriseninterventionsteam und zwei Notärzten vor Ort. Ein Feuerwehrmann wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung medizinisch versorgt. Zudem sorgte das BRK Team vorbildlich für die Versorgung der Einsatzkräfte mit warmen Getränken und anderem. Auch das Technische Hilfswerk aus Weiden war in den Einsatz eingebunden. Insgesamt waren zusammen mit der Polizei knapp 300 Einsatzkräfte am Brandort. Die weiteren Ermittlungen zur Klärung der Brandursache übernimmt die Kriminalpolizei Weiden, die mit der Polizei Eschenbach am Brandort war.

Derzeit kann noch keine Aussage hinsichtlich der Brandursache getroffen werden. Die Kriminalpolizei kann frühestens am Mittwochvormittag die Brandstelle betreten und die Ermittlungen im Detail aufnehmen. Nach einer ersten Schätzung summiert sich der Gebäudeschaden, der Schaden an zum Teil hochwertigen landwirtschaftlichen Maschinen und Futtervorräten auf etwa eine Million Euro.

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Glück im Unglück hatten die etwa 140 Kühe und Kälber. Durch den sofortigen Einsatz von Lüftern konnten insbesondere die Kälber gerettet werden. Entgegen erster Meldungen ist wohl keines der Tiere zu Schaden gekommen. Die 110 Kühe im westlichen Teil des langen Komplexes standen lediglich im Löschwasser. Die Feuerwehren sind derzeit (19 Uhr) noch beschäftigt angebranntes Holz und die Erntevorräte mit zahlreichen Glutnestern abzutransportieren. Zudem gewährleisten die örtlichen Feuerwehren über Nacht eine Brandwacht. (red)

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