Viel Arbeit für die Einsatzkräfte

silvesteropfOBERPFALZ. Die Silvesterbilanz der Polizei fällt diesmal heftiger aus als erwartet. Während es in Oberfranken relativ ruhig war, mussten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr vor allem im Raum Weiden und Regensburg langen Atem beweisen.

 
WEIDEN. Zwischen Mitternacht und 1 Uhr morgens kam es in Weiden zu Brandentzündungen durch herabgefallene Feuerwerksartikel. So mussten die Feuerwehrkräfte beispielsweise in der Lederstraße einige Müllsäcke auf einem Balkon ablöschen und in der Königsberger Straße einen Müllcontainerbrand bekämpfen.

Bei einer Silvesterfeier in der Marienbader Straße kam es kurz vor 23 Uhr in der Wohnung einer 21-Jährigen zu einem Streit mit einem 20-jährigen Gast. Der junge Mann packte die Frau am Arm, schüttelte sie und beleidigte sie zudem. Die 21-jährige erlitt Schmerzen und Hämatome. Anzeigen wegen Körperverletzung und Beleidigung sind nun die Folgen. Bei beiden Beteiligten wurde entsprechender Alkoholkonsum festgestellt.

In der Asylstraße bemerkte ein Autobesitzer kurz nach 2 Uhr, dass sein Pkw Opel Meriva, der am rechten Fahrbahnrand verkehrsgerecht geparkt war, beschädigt wurde. Als der
Besitzer zu seinem Pkw zurück kam stellte er fest, dass die Heckscheibe eingeschlagen wurde. Bislang ist unklar, ob dies durch einen herabfallenden Silvesterkracher, oder aber mutwillig geschah. Eine Anzeige wegen Sachbeschädigung durch unbekannte Täter wurde aufgenommen. Der entstandene Sachschaden an der Heckscheibe wird auf ca. 300,- EUR geschätzt.

Ansonsten gab es noch viele diverse verbale Streitigkeiten, jedoch ohne strafrechtliche Relevanz, bzw. Mitteilungen über Randale bei denen niemand mehr angetroffen werden konnte. Wegen einer Blitzeisbildung kam es im gesamten Stadtgebiet jedoch zu mehrere Stürzen von Passanten. Der Rettungsdienst war im Dauereinsatz.
NEUMARKT. Insgesamt war die Silvesternacht im Dienstbereich der PI Neumarkt sehr ruhig. Es gab keine silvesterüblichen Einsätze wie Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Ruhestörungen oder ähnliches. Lediglich ein Feuerlöscher wurde bei einem Einbruch in die Jura-Hallen entwendet. Die Täter konnten im Rahmen der Fahndung festgenommen werden. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 20.000 EUR, da der Feuerlöscher noch in der Halle entleert wurde. Bei den Tätern handelte es sich um sieben Jugendliche. Einer von ihnen stieg über ein Fenster ein und ließ dann seine Begleiter durch die Tür in die Halle.

PARSBERG. Die Silvesternacht verlief im Zuständigkeitsbereich der PI Parsberg bis 06.00 Uhr relativ störungsfrei. Es waren jedoch ab Mitternacht mehrere Einsätze wegen Ruhestörungen und Streitereien durch die Streifen abzuarbeiten. Glücklicherweise kam es zu keinen Bränden, Unfällen oder Schlägereien. Es wurden bislang auch keine Sachbeschädigungen gemeldet.

WALDSASSEN. Auf dem Nachhauseweg von einer Silvesterparty kam ein 24-Jähriger gegen 00:45 Uhr mit seinem VW Polo auf der Kreisstraße zwischen Fockenfeld und Neudorf im Lkr. Tirschenreuth wegen nicht angepasster Geschwindigkeit bei Glatteis von der Fahrbahn ab und prallte gegen zwei kleinere Bäume. Hierbei erlitt die Beifahrerin leichtere Verletzungen im Brustbereich und wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus eingeliefert. Am VW Polo, dessen Zeitwert ca. 1500 Euro betrug, entstand Totalschaden.

MITTERTEICH. Eine scheinbar von einem 21-Jährigen absichtlich auf eine andere Personengruppe abgefeuerte Silvesterrakete war um 00.05 Uhr Auslöser einer Schlägerei zwischen mehreren jungen Leuten in Mitterteich. Als die Verursacher angesprochen wurden, kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung, in deren Verlauf unter anderem ein 15-Jähriger mehrmals mit dem Fuß gegen einen 16-Jährigen trat. Hierbei verletzte sich der Angreifer aber selbst und wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert. Der genaue Hergang kann erst im Nachgang durch einschlägige Vernehmungen ermittelt werden.

WALDSASSEN. Gegen 0:30 Uhr streift eine Silvesterrakete einen 36-jährigen Mann am Kopf, der dadurch eine kleine Platzwunde erlitt. Hierbei konnte aber kein Verursacher mehr ermittelt werden. Allgemein konnte aber festgestellt werden, dass viele Personen ziemlich leichtfertig mit der richtigen Handhabung von Silvesterfeuerwerk umgingen.

REGENSBURG. Während der eigentlichen Silvesterfeierlichkeiten kam es im Stadtgebiet Regensburg zu keinen außerordentlichen Sicherheitsstörungen. Ab 23:15 Uhr setzte trotz der unangenehmen Witterung ein massiver Zulauf an Personen in Richtung Marc-Aurel-Ufer/Eiserne Brücke ein. Insgesamt dürften es tausende von Personen gewesen sein, die sich ausgerüstet mit Feuerwerkskörpern und alkoholischen Getränken im Donaubereich einfanden. Zum eigentlichen Jahreswechsel war die Eiserne Brücke komplett mit feiernden Personen belegtund musste gesperrt werden. Im Bereich der Uferpromenade und der Donauparallele wurden die Fahrbahnen selbst von weitaus weniger Personen frequentiert.

Im Bereich der Wurstkuchl wurden die Einsatzkräfte vereinzelt aus der anonymen Menge der Feiernden heraus mit pyrotechnischen Gegenständen beworfen. Auf der Eisernen Brücke wurden zwei Personen ärztlich versorgt, die von Feuerwerkskörpern getroffen und leicht verletzt wurden. Eine weitere Person verletzte sich selbst beim Hantieren mit einem pyrotechnischen Gegenstand leicht an der Hand und wurde ebenfalls vor Ort ärztlich versorgt. Alle drei Personen kamen im Anschluss ins Krankenhaus.

Insgesamt kam es während der Einsatzzeit bis 04:00 Uhr zu keinen Festnahmen oder sonstigen polizeilichen Sachbearbeitungen, etwaige Streitigkeiten o.ä. konnten durch die Einsatzkräfte bereits im Keim erstickt und geschlichtet werden. Es wurden keine Beamten verletzt. Lebhafter entwickelte sich das Einsatzgeschehen zum Auslauf der Nacht. Zahlreiche Einsätze wegen Streitigkeiten, alkoholisiertem Sturzgeschehen aber auch mit massiven Körperverletzungen gingen am Notruf ein. Die nachfolgenden Vorgänge sind noch in der polizeilichen Bearbeitungsphase:

Gegen 05.00 Uhr kam es in einer Disco im Stadtosten zum Streit mit Tätlichkeiten mit mehreren Personen wegen eines „vermissten“ Handys. Dabei wurde einer Person die Schulter ausgekugelt.

Um 05.40 Uhr kam sich eine Personengruppe in der Weißen-Lilien-Straße mit 2 Fußgängern in die Haare. Nach einem Wortgefecht liefen die Fußgänger davon, wurden von der Gruppe am Domplatz eingeholt und tätlich angegriffen. Einer am Boden liegender Beteiligter wurde mit Fußtritten gegen den Kopf traktiert. 2 Tatverdächtige aus der Personengruppe wurden festgenommen. Der Verletzte wurde vor Ort ärztlich versorgt, er erlitt Prellungen und Abschürfungen.

Um 07.00 Uhr wurde die Streife zu einem Streit in eine Wohnung in der Humboldtstraße gerufen. Ein Besucher griff mehrere Personen an und beschädigte das Inventar. Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde aufgenommen. In der Bajuwarenstraße wurde um 07.10 Uhr eine betrunkene PKW-Fahrerin angehalten, die dann auf der Dienststelle am Minoritenweg Widerstand leistete. Dabei wurde eine Beamtin verletzt.

In der Straubinger Straße kam es um 08.00 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Taxifahrer und 2 Fahrgästen. Die Fahrgäste begannen im Taxi zu Essen, das dem Taxifahrer nicht gefiel und sie zum Aussteigen aufforderte. Beim Bezahlen zogen sie den Zündschlüssel des Taxis ab und warfen diesen in den Schnee. Nach Feststellung der Personalien und erfolgreicher Suche des Schlüssels wurden die Fahrgäste wieder entlassen.

Ein Unbekannter Täter ließ sich am 31.12.2014 nach Geschäftsschluss in einen Supermarkt im Regensburger Stadtosten einsperren. Dann versuchte er mit einem Winkelschleifer den Tresor, der im Büro der Marktleitung steht, aufzuflexen. Dies gelang aber nicht. Am 01.01.2015 löste er gegen 00.10 Uhr die Alarmanlage aus und flüchtete ohne Beute über das Dach aus dem Geschäft. Der Sachschaden am Tresor wird auf ca. 3 000,– Euro geschätzt.

NITTENDORF. Genau zur Jahreswende wurde im Deuerlinger Ortsteil Hillohe eine 43-jährige Waldmünchnerin am rechten Auge verletzt. Bei der Feier des Jahreswechsels im Garten mit ca. zwölf Gästen wurde die Geschädigte von einem Feuerwerkskörper im Gesicht getroffen. Dabei geriet das splitternde Brillenglas ins rechte Auge. Die Schwere der Verletzung konnte noch nicht zweifelsfrei bestimmt werden. Vermutlich ist sie jedoch leichterer Natur. Die Geschädigte wurde in ein Regensburger Krankenhaus verbracht. Ein Notarzt war vor Ort. Über den Verursacher ist bislang nichts bekannt.

CHAM. Gegen 00.45 Uhr, warf ein 28-Jähriger mehrere in Deutschland verbotene Feuerwerkskörper von einem Parkdeck auf ein vorbeifahrendes Polizeifahrzeug. Aufgrund dessen führte der Fahrer des Dienstfahrzeuges eine Vollbremsung durch. Eine anschließende Personalienfeststellung verweigerte der Täter. Bei der vorläufigen Festnahme leistete er erheblichen Widerstand. Dabei wurden zwei Beamte verletzt. Der Mann stand unter Alkoholeinfluss. Ein durchgeführter Alko-Test verlief positiv. Er wurde in Polizeigewahrsam genommen.

FURTH/WALD.Im Eulenweg brannte eine Gartenhaus komplett nieder. An der angrenzenden Garage wurde eine Tür und ein Fenster angeschmort. Die Brandursache ist bislang nicht bekannt. Die Polizei vermutet aber einen Feuerwerkskörper, Der Gesamtschaden beläuft sich auf ca. 10.000 Euro.

RODING. Gegen 02.20 Uhr geriet eine 50 x 20 m große Stallung mit Photovoltaik auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Brand. Mehr als 40 Rinder konnten ins Freie gerettet werden. Das Gebäude, Futtermittel und Erntevorräte verbrannten. Zwei Feuerwehrleute zogen sich bei der Brandbekämpfung leichte Verletzungen zu (Rauchgasvergiftung bzw. Kopfplatzwunde). Der durch den Brand entstandene Sachschaden wird auf mindestens 500.000,- Euro geschätzt. Die Brandursache steht bislang noch nicht eindeutig fest. Rückstände von Feuerwerkskörpern konnten
in der Nähe der Brandstelle gefunden werden. Die weitere Sachbearbeitung hat die KPI Regensburg übernommen.

BURGLENGENFELD. Gegen 00.45 Uhr fing ein 32-jähriger aus dem Städtedreieick eine Schlägerei in einer Diskothek in der Kirchenstraße an. Hierbei verletzte sich ein 33jähriger leicht an der Hand. Weiterhin spuckte der Randalierer mehrere anwesende Personen ins Gesicht. Als die Security dazwischen ging, schlug der 32-jährige den Mitarbeiter mit der Faust ins Gesicht. Der Wachmann wurde ebenfalls leicht verletzt. Die eintreffenden Polizeibeamten mussten den 32jährigen in Gewahrsam nehmen und bei der PI Burglengenfeld ausnüchtern. Als er am Morgen aus dem Gewahrsam entlassen wurde , beleidigte er außerdem einen Polizeibeamten mehrfach.

Auf dem Marktplatz in Burglengenfeld warf ein 17-Jähriger kurz vor dem Jahreswechsel mehrere Böller. Da diese ungewöhnlich laut waren, wurde die Polizei verständigt. Bei der Überprüfung der Böller mit dem Namen LaBomba stellte sich heraus, dass diese nicht die notwendige Kennzeichnung hatten. Der 17-Jährige erhält nun eine Anzeige nach dem Sprengstoffgesetz.

SULZBACH-ROSENBERG. Während einer Silvesterfeier in einer Wohnung in der Frühlingstraße konnten Polizeibeamte gegen 23:20 Uhr mehrere unter Alkoholeinwirkung stehende Jugendliche feststellen. Sie sollten nach Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten zur Wache verbracht und von dort abgeholt werden. Ein deutlich betrunkener 14 jähriger Jugendlicher ging dabei massiv auf die Polizeibeamten los und wehrte sich vehement gegen die Gewahrsamnahme. Zwei andere 18-jährige Beschuldigte, die ebenfalls an der Feier teilnahmen, wollten ihrem Kumpel ganz offensichtlich zu Hilfe kommen. Einer von ihnen ging massiv auf einen Hundeführer der Polizei los. Er konnte zu Boden gebracht werden, wo er sich massiv wehrte. Der andere aggressive 18jährige befolgte einen Platzverweis nicht und sollte in Gewahrsam genommen werden. Gegen diese Maßnahme wehrte sich auch dieser vehement. Der 14-jährige Beschuldigte sprach außerdem Bedrohungen und Beleidigungen gegenüber den Polizeibeamten aus. Nach den erforderlichen Ermittlungshandlungen wurde der 14-Jährige seiner Mutter übergeben, die zwei anderen Beschuldigten wurden ebenfalls von einem Erziehungsberechtigten abgeholt. Von den Beamten wurde niemand verletzt. Der 14-Jährige erlitt durch die Widerstandshandlung eine minimale Schürfwunde im Gesicht.