Silvesterbilanz in Oberfranken

Der Jahreswechsel war für die oberfränkischen Rettungskräfte insgesamt relativ ruhig. Wir haben euch mal die ersten Polizeimeldungen hier zusammengestellt.

Brände rasch gelöscht
Außerdem beschäftigten Polizei und Feuerwehr 13 kleinere Brände von Müllbehältern und Containern. In allen Fällen war die Feuerwehr schnell vor Ort und verhinderte dadurch Schlimmeres. Verirrte Feuerwerksraketen setzten kurz nach Mitternacht in Appendorf, Lkr. Bamberg und in Bischberg, Lkr. Bamberg, jeweils den Balkon eines Mehrfamilienhauses in Brand. Bei beiden Bränden entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro.

Während einer Silvesterfeier mehrerer Jugendlicher in Wildenheid, Lkr. Coburg, heizte ein 21-Jähriger die Sauna im Dachgeschoss eines Einfamilienhauses ein. Mit freiem Oberkörper wollte er dann am Neujahrstag, gegen 2.30 Uhr, einen Aufguss machen. Dabei kam es zu einer Stichflamme, die den 21-Jährigen schwer verletzte. Der junge Mann musste mit Verbrennungen vom Rettungsdienst in eine Spezialklinik transportiert werden.

Betrunkene Autofahrer
Bei 13 Verkehrsunfällen in der Silvesternacht erlitten vier Fahrzeuginsassen schwere und drei Insassen leichte Verletzungen. Alkohol spielte bei drei Verkehrsunfällen eine Rolle.

So auch bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße B85 bei Heinersreuth, Lkr. Bayreuth, bei dem vier Menschen verletzt wurden. Ein 20-jähriger Opelfahrer war gegen 4.45 Uhr in Richtung Bayreuth unterwegs und verlor rund 300 Meter vor Hahnenhof die Kontrolle über den mit vier jungen Personen besetzten Vectra. Der Wagen kam von der Straße ab und krachte mit der rechten Fahrzeugseite gegen einen Baum. Die drei jungen Beifahrer im Alter von 15, 16 und 18 Jahren, als auch der 20-jährige Fahrer, erlitten schwere Verletzungen. Eine 16-Jährige war im Auto eingeklemmt und wurde von der Feuerwehr befreit. Der deutlich alkoholisierte Fahrer musste eine Blutprobe abgeben, seinen Führerschein stellten die Polizisten sicher. Am komplett demolierten Opel entstand ein Sachschaden von etwa 2.500 Euro.

KULMBACH. Kurz nach Beginn des neuen Jahres wurde die Polizeiinspektion Kulmbach von einem Anwohner verständigt, dass eine Feuerwerksrakete gegen ein Firmengebäude in Leuchau geprallt wäre und dabei eine Plexiglasscheibe durchschlagen habe. Da man nun die berechtigte Sorge hatte, dass ein Brand entstehen könnte, wurde die Feuerwehr alarmiert. Zusammen mit dem verständigten Betreiber des Unternehmens konnten die ersten Befürchtungen allerdings schnell aus der Welt geschafft werden, zum Glück war kein weiterer Schaden entstanden. Lediglich Verpackungsmaterial ist hierdurch in Brand geraten und konnte durch Anwohner gelöscht werden. Die Feuerwehren aus Kulmbach und Leuchau mussten nicht mehr aktiv werden.

Im Zeitraum zwischen 19:20 Uhr und 01:30 Uhr zerstörte ein bislang unbekannter Täter zwei vor einem Anwesen am Röthleinsberg aufgestellte Terrakottapflanzkübel. Diese wurden mutwillig umgeworfen und zerbrachen. Der Sachschaden wird mit 500 Euro beziffert. Wer Hinweise auf den Täter geben kann, wird gebeten, sich unter Tel. 09221/6090 an die Polizei in Kulmbach zu wenden.

REHAU. In der Silvesternacht mussten die Rehauer Polizeibeamten viermal wegen Streitigkeiten innerhalb Familien oder Bekanntschaften ausrücken. Bis auf eine Streitigkeit im sozialen Nahbereich konnten die Streitereien von den Beamten geschlichtet werden. Zudem beschwerten sich in Rehau zweimal Anwohner über Ruhestörungen am Neujahrsvormittag. Durch die Polizeibeamten mussten zudem zwei Hunde eingefangen und ins Tierheim verbracht werden, weil sie durch die Silvesterknallerei total verstört von zu Hause weggelaufen waren.

MÜNCHBERG. Am Neujahrsmorgen, gegen 00.50 Uhr, wurde die Fensterscheibe einer Gaststätte am Klosterplatz beschädigt. Bisher unbekannte Täter zündeten auf einem Fensterbrett der Gaststätte einen Silvesterböller. Durch die Wucht des Böllers sprang die Scheibe der Gaststätte. An der Scheibe entstand ein Sachschaden von ca. 200 Euro. Zeugen, die beobachtet haben wer den Böller zündete, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Münchberg in Verbindung zu setzen.

HELMBRECHTS. Am Silvesterabend, gegen 23.30 Uhr, kam es in der Lindenstraße zu einer handfesten Auseinandersetzung. Eine 25-Jährige und ihr 23-jähriger Ehemann, sowie ein 43-Jähriger wurden auf der Straße von zwei bisher unbekannten Männern angepöbelt. In der weiteren Folge kam es zu Handgreiflichkeiten. Der 23-Jährige und der 43-Jährige erhielten Faustschläge ins Gesicht. Die 25-Jährige erlitt einen Kniestoß ins Gesicht. Alle drei wurden mit leichteren Verletzungen zur Behandlung ins Krankenhaus verbracht. Die beiden Schläger sollen ca. 25 Jahre alt und ca. 180 cm – 190 cm groß sein.

KAUERNDORF. Gegen 18.30 Uhr fuhr ein 64-Jähriger mit seinem Pkw von der B 289 kommend auf den Bahnübergang in Kauerndorf. Zwischen den Schranken kam er nach rechts auf die Gleise. Offensichtlich wollte er zur Forstlasmühle und bog zu früh nach rechts ab. Glücklicherweise konnte die Bahnstrecke rechtzeitig gesperrt werden, wodurch es zu keiner Gefährdung des Schienenverkehrs kam. Der Pkw musste mit einem Traktor herausgezogen werden. Der Grund für diesen Fehler des Fahrers war schnell gefunden. Ein Test am Alkomaten ergab einen Wert von 1,74 Promille. Eine Blutentnahme und die Sicherstellung des Führerscheins waren die Konsequenz. Die Bahnstrecke war für eine Stunde etwa voll gesperrt.

BAYREUTH. Am späten Abend vor dem Jahreswechsel kam es in der Dr.-Würzburger-Straße zu einer Körperverletzung. Ein 33-jähriger Bayreuther schlug aus bisher unbekannten Grund auf einen 26-jährigen Bayreuther ein. Dieser wurde durch die Schläge leicht verletzt. Bei Eintreffen der Streife war der Schläger immer noch aggressiv. Er wurde daher gefesselt und in Sicherheitsgewahrsam genommen. Ein Alko-Test ergab 1,7 Promille.
Kurz nach Jahreswechsel kam es in der Justus-Liebig-Straße zu einer Schlägerei. Bei Eintreffen der Streife schlugen sich noch ein 41-jähriger Bayreuther und ein 31-jähriger Bayreuther auf dem Gehweg. Nachdem beide sehr aggressiv waren, wurden beide in Gewahrsam genommen. Der jüngere der Beteiligten erlitt Schürfwunden im Gesicht und hatte 1,8 Promille. Der andere hatte 2,7 Promille. Insgesamt waren hier drei Streifen der PI Bayreuth-Stadt eingesetzt. Weil der 41-Jährige kein Ausweisdokument bei sich hatte, musste eine Passnachschau durchgeführt werden. Dabei wurde eine Cannabispflanze entdeckt und sichergestellt. Daraufhin beleidigte der Mann die eingesetzte Streife. Er muss sich nun wegen eines Vergehens der Körperverletzung und Beleidigung sowie eines Verstoßes nach dem Betäubungsmittelgesetz verantworten. Weitere Ermittlungen zu dem Sachverhalt erfolgen.

Am frühen Neujahrsmorgen kam es vor einer Diskothek im Stadtgebiet zu einer Streitigkeit zwischen mehreren Personen. Nach bisherigen Ermittlungsstand wollte ein 24-jähriger Bayreuther einer bisher unbekannten Person helfen. Dieser geriet von drei Männern in Bedrängnis. Daraufhin wurde der 24-jährige von den drei Männern (28, 23 und 19 Jahre alt) zu Boden gebracht und mit den Füßen gegen den Kopf getreten. Jetzt kam ein 23-jähriger Freund des Opfers zu Hilfe und schlug auf die Schläger ein. Das Opfer wurde mit leichten Verletzungen ins Klinikum verbracht. Die drei Schläger wurden durch die eintreffenden Streifen vorläufig festgenommen. Zur Abklärung des Sachverhalts wurde auch der Freund des Opfers vorläufig festgenommen. Dieser konnte jedoch nach relativ kurzer Zeit wieder entlassen werden. Nachdem das Opfer nur leichte Prellungen erlitt, wird vorerst gegen die drei Männer wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Alle Beteiligten waren alkoholisiert und hatten Werte zwischen 0,8 und 1,8 Promille. Nach Durchführung einer Blutentnahme sowie weiterer Maßnahmen und Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden die drei Schläger im Laufe des späten Vormittags wieder auf freien Fuß gesetzt. Zeugen werden gebeten sich bei der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt unter der Nummer 0921/606-2130 zu melden. Insbesondere wird der junge Mann als Zeuge benötigt, welcher zuerst von den drei Männern in Bedrängnis geriet.

Auch in der Wilhelm-von-Dietz-Straße kam es dann noch zu einer Körperverletzung. Nach bisherigen Ermittlungsstand stieg eine 23-jährige Frau mit ihrer Freundin und einen Begleiter aus einem Taxi, als sie unvermittelt von drei Personen angepöbelt wurden. Es kam zu einer Rangelei und die 23-Jährige ging zu Boden. Sie bekam einen Tritt ins Gesicht. Sie wurde wegen Verdacht einer Nasenbeinfraktur ins Klinikum eingeliefert. Die Schläger konnten unerkannt entkommen. Es handelt sich um zwei junge Männer und einen älteren Mann. Zeugen werden gebeten sich bei der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt zu melden.

Abgesehen davon kam es zu keinen größeren und schweren Zwischenfällen im Stadtgebiet. Die Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt hatte bis in die Morgenstunden 24 Einsätze zu verzeichnen und meldet einen relativ friedlichen Jahreswechsel aus polizeilicher Sicht im Stadtgebiet.

ARZBERG. Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehrs ermittelt die Polizei Marktredwitz gegen einen Unbekannten, der in der Silvesternacht im Wiesenweg im Arzberger Stadtteil Röthenbach einen Gullydeckel aushob und auf die Strasse legte. Ein Autofahrer erkannte das Hindernis zu spät und fuhr darüber. Die Polizei bittet um Hinweise auf den Verursacher.

MARKTREDWITZ. Am Neujahrsmorgen um 05.00 Uhr, kam es vor dem Capitol in der Fabrikstrasse zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen. Einer der noch anwesenden und stark alkoholisierten Personen behauptete, er sei von zwei Tätern die sich zwischenzeitlich bereits entfernt hätten, umgeschubst und getreten worden zu sein. Zur Klärung des Wahrheitsgehalts dieser Aussage bittet die Polizei um Hinweise von Augenzeugen, zumal der Betrunkene keine Verletzungen aufweist.

Gegen 4:40 Uhr kam es vor einer Kneipe in der Flottmannstrasse zwischen einem Security-Mitarbeiter und zwei betrunkenen Gästen zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Da die beiden Betrunkenen sich nicht mit einem Hausverbot einverstanden erklärten, gingen sie auf den Türsteher los. Dieser erlitt dadurch leichte Verletzungen. Die Polizei bittet Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sich zu melden.

SELB. In der Geschwister-Scholl-Straße erboste in der Sylvesternacht eine Schneeballschlacht unter Jugendlichen einen 68-jährigen so sehr, dass er mit einem Stecken nach den Jungen schlug und einen dabei verletzte. Ihn erwartet nur eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung.
Eine weitere Mitteilung erfolgte kurz vor 01.00 Uhr. Im Bereich des Weihnachtsbaumes am Marktplatz sah eine zufällig vorbeikommende Autofahrerin, dass mehrere Personen auf eine andere Person einschlugen. Beim Eintreffen der Streife war nur noch der Geschädigte vor Ort, der sich aber weigerte, seine Personalien anzugeben. Er bestand darauf, dass zuerst nach den Tätern gefahndet wird. Er wollte auf eine zweite Streifenbesatzung warten. Als diese eintraf, hatte er sich jedoch bereits entfernt. Der bislang namentlich nicht bekannte, junge Mann wird gebeten, sich bei der Landespolizeiinspektion zu melden, ebenso weitere Zeugen der Straftat.