Der „Waldläufer“ ist gefasst

OBERFRANKEN. Viele Monate hielt er Polizei und Anwohner in Atem. Er ist für mehr als 150 Einbrüche verantwortlich. Nun konnte der „Waldläufer“ verhaftet werden. Der Mann kämpfte scheinbar nur ums Überleben: Er klaute Nahrungsmittel und Getränke.

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Er ist kein Unbekannter. Die Polizei kennt den 61-jährigen Serientäter und nennt ihn „Waldläufer“. Seinem Namen macht er Ehre. Der wohnungslose Täter läuft durch Wälder und abgelegene Wohngebiete im deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Auf Grund von DNA Spuren und gewonnenen Bildern aus eigens installierten Kameras steht fest, der 61-Jährige ist schon öfters aufgefallen.Bereits 2010 wurde er in Österreich erkennungsdienstlich behandelt.  Mittlerweilen werden ihm auch in Österreich mehr als 70 Taten vorgeworfen. In Oberfranken liegt die Zahl der nachgewiesenen Einbrüche derzeit bei 72. Doch auf Geld scheint der 61-Jährige keinen Wert zu legen. Wertgegenstände bleiben liegen, Nahrungsmittel liegen hoch im Kurs. Bei seinen Streifzügen durch Wunsiedel, Marktredwitz, Selb und Rehau blieb der Entwendungsschaden meist gering. Insgesamt spricht die Polizei von rund 2.000 Euro in allen Fällen. Der angerichtete Sachschaden liegt dabei schon im fünfstelligen Bereich.Der Waldläufer brach Fenster und Türen auf, um an die begehrten Nahrungsmittel zu gelangen. Viele Hüttenbesitzer hatten bereits reagiert und stellten freiwillig Essen und Getränke vor ihre Hütten, um einen Sachschaden zu vermeiden. Nach seinen Taten verschwand der 61-Jährige wieder genauso schnell und heimlich, wie er zuvor erschienen ist. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich nach seinen Einbrüchen in die Wälder nach Tschechien zurückzog. Immer so lange, bis ihm seine Vorräte wieder ausgegangen sind.

Am Mittwoch wollen sich die Ermittler dazu äußern, wie es zu der Festnahme gekommen ist. Wir werden berichten. (mr)